Über uns

Projekt

Mit „Myosotis-Games“ fördern wir auf innovative und unterhaltsame Weise die Kommunikation zwischen Betagten und ihren Angehörigen. Sie sollen dadurch motiviert werden, ihre betagten Mitmenschen zu besuchen und mit ihnen Zeit zu verbringen.

In Zusammenarbeit mit Studierenden der Fachhhochschule Nordwestschweiz (FHNW) haben wir zwischen 2015 und 2018 rund 15 verschiedene Spielprototypen entwickelt: kleine, einfache Computerspiele, die zum Teil familieneigene Materialien wie Fotos, Musik oder Filmausschnitte enthalten. So freut man sich beim gemeinsamen Spiel über plötzlich auftauchende Erinnerungen oder erfährt bisher Unbekanntes aus der Familiengeschichte.

Die Spiele laufen auf einem grossen Tablet. Hier können die grafischen Elemente so dargestellt werden, dass sie auch für ältere Personen gut sichtbar sind. Die berührungssensitive Oberfläche erlaubt es, intuitiv mit dem Programm zu interagieren.

Die Spiele wurden mit Bewohnerinnen und Bewohnern von verschiedenen Institutionen (Zentrum Schönberg, Bern, Zentrum Süssbach, Brugg und Sanavita, Windisch) getestet. Dabei zeigte sich, dass kaum jemand Berührungsängste mit der Technologie hatte. Tablets werden nicht als „Computer“ wahrgenommen. Viele Testpersonen spielten konzentriert über längere Zeit und erzählten später noch von den Tests.

> Spiele: Empfehlungen und Prototypen

Bettina Wegenast

Bettina Wegenast (*1963 in Bern) entwickelt unter dem Label Fabelfabrik GmbH Konzepte für Computerspiele und arbeitet als Theaterautorin und ­-produzentin. Während ihrer Lehrerausbildung hat sie mehrere Jahre als Plegehelferin in einem Altersheim gearbeitet. Mit elektronischen Spielen beschäftigt sie sich seit den 90er-Jahren.

Nach Erfahrungen mit dementen Angehörigen entwickelte sie zusammen mit Marco Soldati von der FHNW das Projekt „Myosotis-Games“, ein Game-Projekt für Altersheimbewohnerinnen und -Bewohner sowie ihre Angehörige. Sie führt Spielnachmittage in Institutionen durch und leitet interessierte Personen beim Spielen an.
 
Bettina Wegenast spielt selber gern und häufig Computerspiele und ist immer neugierig darauf, was sich in diesem Bereich noch alles entwickelt.
Foto © Yves Maurer

„Als sowohl meine Mutter, als auch meine Schwiegermutter ins Heim umzogen, begann ich mich häufig in Pflegeeinrichtungen aufzuhalten. Hier suchte ich nach Unterhaltungs­ und Kommunikationsmöglichkeiten sowohl für meine Angehörigen, als auch für die andern Bewohner. Ich probierte, zusammen mit meiner verspielten Schwiegermutter verschiedene Spiele aus und stellte fest, dass sich die bekannten Spiele für alte Menschen oft nicht mehr gut eignen. Regeln sind zu komplex, das Spielmaterial zu kleinteilig und das Spiel dauert zu lang. Eine frustrierende Erfahrung für beide Seiten. Elektronische Spiele sind hier viel leichter zugänglich. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich viele Heimbewohnerinnen, trotz Einschränkungen, eine Grundneugier erhalten haben und gern dazukommen, wenn etwas passiert. Vor allem, wenn etwas tönt, oder sich etwas bewegt.“